Einkaufen ist in den letzten Jahren deutlich teurer geworden. Das ist nicht nur ein Gefühl, sondern lässt sich mit Zahlen belegen: Rund 30 % mehr kosten Lebensmittel heute im Vergleich zum Jahr 2021. Zuletzt stagnierten die Preise zwar weitgehend, aber die mehreren Jahre Hochinflationsphase haben eben ihre Spuren hinterlassen. Das führt bei Verbrauchern zu einem Umdenken und immer mehr Eigenmarken, die statt Markenprodukten im Einkaufswagen landen.
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Was sind Eigenmarken – und was macht sie aus?
Eigenmarken können auch „Handelsmarken“ genannt werden. Das deshalb, weil das Handelsunternehmen die Produkte unter einer eigenen Marke führt. Dabei trägt das Produkt aber nicht den Namen des Händlers. Ein kleines Beispiel: Der Händler Aldi Nord hat diverse Eigenmarken, die aber nicht „Aldi“ heißen, sondern beispielsweise „Biscotto“, „Güldenhof“ oder „Milsani“.
In der Praxis stellt das jeweilige Lebensmittelunternehmen hinter den Produkten die Artikel explizit im Auftrag des Händlers her. Manchmal sind es auch Tochtergesellschaften des Handelsunternehmens, die in der Vergangenheit gegründet oder zugekauft wurden. Charakteristisch für solche Produkte ist, dass sie günstiger als ihre „Marken-Vorbilder“ sind. Verbraucher, die im Supermarkt stärker auf den angegebenen Preis beziehungsweise den Referenzpreis (Preis pro Kilogramm/Liter) achten, werden das relativ schnell feststellen. Im Mittel sind solche Eigenmarken-Produkte etwa 30 % günstiger als vergleichbare Markenprodukte.
Ebenfalls typisch für solche Produkte ist, dass sie meistens eine recht schlichte Verpackung haben, auch stecken dahinter keine großen Marketing-Budgets. All der Pomp, den Markenprodukte haben und der letztlich auch zu höheren Preisen führt, ist bei Eigenmarken-Produkten nicht notwendig – der Händler packt sie ja so oder so in das eigene Regal.
Für Verbraucher werden Eigenmarken konsequent interessanter
Wie so oft, geht es natürlich allen voran um das Geld. Kosten Eigenmarken-Produkte im Durchschnitt rund 30 % weniger, spart man sich, sofern man nur Eigenmarken kauft, im Monat fast ein Drittel des Supermarkt-Budgets. Das macht sich durchaus in der Haushaltskasse bemerkbar.
Zudem ist die Auswahl durchaus stattlich, Eigenmarken gibt es nicht nur von einigen bestimmten, wenigen Produkten. Ganz typisch für große Händler und Handelsketten ist, dass diese Eigenmarken in solchen Produktkategorien führen:
– bei Lebensmitteln jeder Art
– bei Haushaltsprodukten wie Reinigern, Spülmittel und Co.
– manchmal bei Kosmetika und Pflegeprodukten
– bei Tiefkühlartikeln und Getränken
Teilweise ist die Qualität dieser Produkte durchaus vergleichbar gegenüber bekannten Markenprodukten. Das auch deshalb, weil einige Händler ihre Eigenmarken in verschiedenen Preisstufen anbieten. Es gibt also Eigenmarken-Produkte, die besonders günstig sind und wiederum solche, bei denen die Ersparnis gegenüber dem Markenprodukt zwar kleiner, mitunter die Qualität aber ein wenig höher ist. Einige Händler haben mittlerweile parallel dazu noch Eigenmarken, die beispielsweise auf Bio-Qualität oder bestimmte Nachhaltigkeitsrichtlinien achten.
Eigenmarken spielen auch abseits vom Preis eine Rolle
Das Marktforschungsinstitut GfK ermittelte in einer eigenen Studie, dass der Marktanteil der Eigenmarken zwischen den Jahren 2021 und 2023 von ursprünglich rund 40 % auf nun etwa 45 % anstieg. Die Popularität der Eigenmarken ist also unbestritten und das liegt nicht nur zwangsläufig am Preis.
Verbraucher können Eigenmarken-Produkte schlichtweg präferieren: Weil sie bestimmte Eigenschaften mitbringen, sie deutsche Unternehmen unterstützen möchten oder weil sie, bei Lebensmitteln, einfach besser schmecken. Das führte dazu, dass sich Produkte von Eigenmarken immer häufiger und in größerer Menge in deutschen Haushalten befinden. Es wäre keine sonderlich mutige Prognose anzunehmen, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzt.