Freitagmorgen auf dem Wochenmarkt in Quakenbrück: Die Stände sind voller frischer Produkte – knackige Möhren, duftendes Brot, rote Äpfel. Aber was passiert mit den Lebensmitteln, die am Abend übrigbleiben?
Leider landen viele davon im Müll. In Deutschland werden jedes Jahr fast 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen – das sind 78 Kilogramm pro Person.
Das Problem betrifft auch uns im Artland. Doch wir können etwas dagegen tun – und es beginnt oft schon bei kleinen Entscheidungen im Alltag.
Inhaltsverzeichnis
Das Ausmaß der Nahrungsmittelverschwendung
Deutschland wirft pro Jahr fast 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weg. Das ist nicht nur eine Verschwendung von Essen, sondern auch von Ressourcen wie Wasser, Energie und Ackerfläche.
Menge | Vergleich |
---|---|
11 Mio. Tonnen | Gewicht von 110.000 Güterwaggons |
78 kg pro Person | Gewicht eines ausgewachsenen Schafs |
Fragen wir uns ehrlich: Müssen wirklich so viele genießbare Lebensmittel im Müll landen?
Welche Lebensmittel besonders betroffen sind
Bestimmte Produkte landen deutlich häufiger in der Tonne:
Produktgruppe | Anteil an vermeidbaren Abfällen |
---|---|
Obst & Gemüse | 35 % |
Brot & Backwaren | 13 % |
Getränke | 11 % |
Milchprodukte | 9 % |
Erschreckend: Nur rund ein Viertel der angebotenen Äpfel und 18 % der Möhren haben kleine Schönheitsfehler – und landen deshalb oft gar nicht im Regal.
Ursachen – vom Acker bis zum Kühlschrank
Die Gründe liegen entlang der gesamten Wertschöpfungskette:
- Ernte & Produktion – Handelsnormen sorgen dafür, dass krumme Gurken oder kleine Äpfel oft gar nicht geerntet werden.
- Transport & Lagerung – Fehler in der Kühlkette führen zu Verderb.
- Handel – Übervolle Regale und zu große Bestellmengen verursachen Überschüsse.
- Privathaushalte – Falsche Lagerung, zu große Portionen und das Missverständnis des Mindesthaltbarkeitsdatums.
Folgen für Umwelt und Klima
Die Folgen sind enorm:
- Ackerflächen: Rund 2,6 Mio. Hektar könnten eingespart werden – so groß wie Mecklenburg-Vorpommern plus Saarland.
- Treibhausgase: Lebensmittelabfälle in der EU verursachen so viele Emissionen wie die gesamten Niederlandepro Jahr.
- Klimaziele: Eine Halbierung der Abfälle bis 2030 würde die ernährungsbedingten Emissionen um etwa 10 %senken.
Regionale Perspektive: Das Artland im Fokus
Auch im Artland ist das Thema präsent:
- Bäckereien berichten, dass übriggebliebenes Brot nicht immer vollständig an Tafeln weitergegeben werden kann.
- Auf dem Markt bleiben oft Kisten mit Obst zurück, weil Kunden perfekte Optik erwarten.
- Landwirte erzählen, dass krumme Karotten oft auf dem Feld bleiben – aus wirtschaftlichen Gründen.
Frage an uns alle: Wäre es nicht sinnvoller, diese Lebensmittel zu nutzen, statt sie verkommen zu lassen?
Lösungsansätze für Verbraucherinnen und Verbraucher
Das BMEL empfiehlt einfache Maßnahmen:
- Einkauf planen – nie hungrig einkaufen, Einkaufszettel nutzen.
- Haltbarkeit prüfen – Auge, Nase und Zunge entscheiden lassen.
- Richtig lagern – Kartoffeln kühl und dunkel, Beeren in den Kühlschrank.
- Portionen anpassen – so viel kochen, wie gegessen wird.
- Reste kreativ nutzen – einfrieren, verarbeiten oder teilen.
💡 Tipp aus der Region: Foodsharing-Gruppen im Artland bieten oft kostenlose Abholstellen für überschüssige Lebensmittel.
Fazit & Ausblick
Lebensmittelverschwendung ist kein fernes Problem – sie beginnt vor unserer Haustür.
Das Artland kann hier Vorreiter sein: mit bewussterem Einkauf, Akzeptanz von Lebensmitteln mit kleinen Makeln und mehr Kooperation zwischen Handel, Landwirten und Verbrauchern.
Wenn wir bis zum letzten Krümel denken, profitieren Umwelt, Klima und unsere Geldbeutel.
FAQ – Häufige Fragen zur Lebensmittelverschwendung
1. Was zählt zur Lebensmittelverschwendung?
Genießbare Lebensmittel, die weggeworfen werden.
2. Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum ein Verfallsdatum?
Nein, es ist nur ein Richtwert. Oft sind Produkte länger haltbar.
3. Wer verursacht am meisten Abfall?
Privathaushalte, gefolgt von Gastronomie und Handel.
4. Kann man krummes Gemüse bedenkenlos essen?
Ja, kleine Makel beeinträchtigen nicht den Geschmack.
5. Gibt es im Artland Initiativen dagegen?
Ja, z. B. Foodsharing-Gruppen und die Tafel.
6. Wie kann der Handel helfen?
Durch den Verkauf von Obst und Gemüse mit Makeln.
7. Warum ist das Thema wichtig fürs Klima?
Weniger Abfälle bedeuten weniger Treibhausgase.
8. Welche Vorteile habe ich als Verbraucher?
Geld sparen, Umwelt schonen, bewusster leben.